Englisch lernen

Wie können Kinder ihre erste Fremdsprache erlernen? Wann sollten Kinder mit dem Erwerb einer Fremdsprache beginnen? Und welchen Beitrag können altersgerechte Videoinhalte dazu leisten? Hier finden Sie wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, wie Kinder am besten Englisch lernen, und warum es sich lohnt, früh damit zu starten. Außerdem erfahren Sie, wie Englisch lernen in der Sendung mit dem Elefanten funktioniert, und wie Sie ihr Kind optimal dabei unterstützen können.

 

Warum fällt es Kindern besonders leicht, eine Fremdsprache zu lernen?

So wie kleine Kinder intuitiv ihre Muttersprache lernen, können sie sich spielerisch und leichter als Erwachsene eine fremde Sprache aneignen. Das Wichtigste hierbei ist, dass der Spaß im Vordergrund steht. Bei der Konzeption der Sendung mit dem Elefanten wurden diese pädagogischen Erkenntnisse gezielt genutzt und durch weitere wissenschaftliche Untersuchungen speziell für das Fernsehen verfeinert.

Wie profitieren Kinder von englischen Beiträgen im Fernsehen?

Eine Frau lächelnd vor einem Bücherregal Dr. Maya Götz vom IZI

Die Medienwissenschaftlerin Dr. Maya Götz hat über 180 Studien im Themenbereich "Kinder/Jugendliche und Medien" geleitet und die Entstehung der Sendung mit dem Elefanten wissenschaftlich begleitet.

Eine ihrer Studien des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) untersuchte 2007, ob Fernsehsendungen den Fremdsprachenerwerb unterstützt. In zehn Münchner Kindergärten wurden insgesamt 158 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren verschiedene Vorschulformate gezeigt, die auf deutsch und englisch gezeigt wurden. Inwieweit Kinder von englischen Beiträgen im Fernsehen profitieren, wurde anhand folgender Aspekte untersucht:

 

Sprachbewusstsein: das Bewusstsein für Sprachen, ihre Vielfalt, ihre Unterschiede, ihre Struktur oder ihre Funktion

Hör-Seh-Verstehen: verstehen auf Grundlage von gehörter Sprache und Geräuschen mit zusätzlichen Bildern

Reproduktiver Wortschatzerwerb: Wörter verstehen, ohne sie selbst aktiv benutzen zu können

● Einstellung bzw. Motivation: gegenüber Sprachen und Sprachenlernen

Insgesamt waren die Ergebnisse vielversprechend. Besonders Wortschatz, Hörverstehen und Motivation der Kinder konnten nachhaltig gefördert werden, wenn es sich um altersgerechte Geschichten handelte, die auf englisch und deutsch gezeigt wurden, wie heute zum Beispiel die Folgen von Zeit für Timmy. Als besonders attraktiv erwiesen sich auch englischsprachige Lieder mit Zeichentrickanimationen, wie etwa in der Sendung mit dem Elefanten die Lieder von Robert Metcalf.

Wie funktioniert Englisch lernen in der Sendung mit dem Elefanten?

Die Idee hinter den Beiträgen ist das sogenannte „immersive learning“ (engl. to immerse = eintauchen). Kinder bekommen dabei den englischen Beitrag gezeigt, ohne dass sofort eine Erklärung oder Übersetzung in die Muttersprache folgt. Sie verstehen zwar erst einmal nicht jedes Wort, entwickeln aber ein Grundgefühl für den Sprachklang und den Sinn einzelner Wörter. Die Studie zeigte dabei deutlich, dass es sinnvoll ist, dieselbe Geschichte sowohl in der Fremdsprache als auch auf Deutsch zu zeigen. In den englischen Beiträgen aus der Sendung mit dem Elefanten werden folgende Erkenntnisse aus der Studie aufgegriffen:

Ein Mann mit Schnorchel und Taucherbrille neben einer roten Socke mit Augen
Ein Mann mit schwarzem Hut spielt Gitarre und neben ihm sind animierte Monster zu sehen
Timmy das Schäfchen als Ballerina verkleidet

Erst Deutsch und dann Englisch oder umgekehrt?

Ist es sinnvoll, in der Sendung erst die deutsche Version einer Folge und dann die englische zu zeigen? Dieser Frage ging das IZI in Kooperation mit dem WDR in einer weiteren Studie nach. Dabei wurden Kindergartenkinder in Gruppen eingeteilt, die entweder erst die deutsche und dann die englische Geschichte einer Serienfolge anschauten oder umgekehrt.

Das Ergebnis: Wird die Episode erst auf Englisch und dann auf Deutsch gezeigt, wird deutlich mehr gelacht und mehr kommentiert. Die Kinder benennen, was sie verstehen, stellen Vermutungen zur Bedeutung einzelner Begriffe auf und schließen die Wissenslücken beim darauffolgenden deutschen Teil. Entsprechend wird bei der Variante »englisch – deutsch« mehr gelernt, weil die Kinder gedanklich aktiver sind. Wenn sie den deutschen Teil schon gesehen haben, entsteht eher ein Gefühl von „Das kenn ich ja schon“. Die Motivation, sich mit der Fremdsprache auseinanderzusetzen, ist nicht so hoch.

Englisch lernen macht Spaß!

Schön zu sehen war die generelle Begeisterung der meisten Kinder für die fremde Sprache im Fernsehen. Drei Viertel der befragten Vorschulkinder fanden die englischen Beiträge in der Sendung mit dem Elefanten gut und wünschen sich mehr englischsprachige Fernsehangebote.

Eltern können ihre Kinder fördern

Eine weitere Studie zeigte übrigens, dass Eltern Ihr Kind beim Lernprozess zusätzlich unterstützen können, indem sie Die Sendung mit dem Elefanten gemeinsam ansehen und beim Englischteil einzelne Wörter in der Fremdsprache laut für ihr Kind wiederholen – sowohl bei der deutschen als auch bei der englischsprachigen Variante. Dafür sollten sie sich auf vier oder fünf Wörter beschränken, damit die Kinder nicht genervt reagieren.

Außerdem hat es sich als Hilfe erwiesen, wenn Eltern ihr Kind zu Beginn der Geschichten darauf aufmerksam machen, dass hier eine andere Sprache gesprochen wird: „Hör mal, die sprechen eine andere Sprache“.

Autor:innen

Dr. Maya Götz, Andrea Holler, Sabrina Unterstell