Interview mit Dr. Maya Götz

Dr. Maya Götz ist Medienwissenschaftlerin und Medienpädagogin und hat an der Entstehung von Programmieren mit dem Elefanten" mitgewirkt. In ihrem Interview spricht sie über das Projekt und gibt Tipps für Eltern und Pädagog:innen. Hier gibt es das gesamte Interview zum Anschauen oder Nachlesen.

Programmieren lernen für kleine Kinder – warum ist das aus entwicklungspsychologischer Sicht wichtig?

Kinder wachsen heute in einer Lebenswelt auf, die voll ist mit informatischen Systemen, also die Ampel, die Mikrowelle, sämtliche Medien. Und das Wichtige ist, dass sie von Anfang an verstehen, ich kann sie nicht nur gebrauchen und benutzen, konsumieren,  sondern auch verstehen, wie die funktionieren. Ich kann das auch aktiv nutzen. Und da setzt genau die Grundbildung der Informatik an und zeigt ihnen wie diese Geräte funktionieren. Ich habe ein Problem, ich breche es runter und dann habe ich eine Wenn-Dann Maschine. Und wenn Kinder das begreifen, dann sind sie sehr viel handlungsfähiger in dieser Welt, die eben heute sehr von Digitalität geprägt ist.

Die Sendung mit dem Elefanten hat von Anfang an verschiedenste Bereiche der Elementarbildung mit aufgenommen: Early English - one, two, three, muttersprachlich gesprochen mit schön Animationen - oder naturwissenschaftliche Grundbildung in einem Aquarium. Was schwimmt auf der Oberfläche? Was geht unter?

Entsprechend ist es nur sinnvoll und folgerichtig, dass jetzt eben auch der Bereich der informatischen Bildung mit aufgenommen wird. Das Grundprinzip Wenn-dann. Also zu sehen, ich kann Dinge eben bestimmen. Ich kann Technik nicht nur benutzen, ich kann sie auch bestimmen.

Also zum einen macht Kindern einfach die App schon Spaß, es gibt dann entsprechend noch pädagogisches Material, wo die App auch zum Beispiel unplugged genutzt werden kann. Denn es geht gar nicht so sehr darum, dass alles digital sein muss, sondern das Grundprinzip zu verstehen einer Wenn-Dann Maschine. Und da lohnt es sich für Pädagoginnen einfach in das begleitende Material reinzuschauen und zu gucken, was können sie damit aktiv mit ihren Kindern in der Kita zum Beispiel tun?

Wenn Sie Ihr Kind unterstützen wollen, dann ist es wichtig, dass es ein Erfolgserlebnis ist, dass Sie sich über alles freuen, was das Kind geschafft hat. Und wenn das Kind es dann irgendwann wirklich drauf hat, dann auch sagen: Okay, jetzt kommt eine Aufgabe mach mir ein pupsenden Elefanten". Und dann kann das Kind das erfüllen - das macht natürlich noch mal mehr Spaß. Vorsicht dabei! Es darf nichts schwerer werden. Es muss immer nur genau so, dass das Kind es gerade noch erfüllen kann.

Nein, es geht hier wirklich um eine Grundbildung, das heißt zu verstehen, ich habe ein Problem, das kann ich in einzelne Bereiche runterbrechen und wenn ich dort etwas tue, dann kommt am anderen Ende etwas raus. Das heißt wirklich diese informatische Bildung. Wir sind meistens noch in einer Welt aufgewachsen, die gar nicht so voller informatischer Systeme waren. Deshalb ist es auch eine schöne Idee, so etwas mitzulernen, das Grundprinzip zu verstehen, um dann zum Beispiel beim nächsten Mal den Algorithmus bei YouTube noch mal ganz anders zu verstehen.

Mein persönliches Highlight ist auf jeden Fall das Pupsen. Und ich weiß noch, ich habe immer von leicht nach schwer gespielt und dann dachte ich: „Oh, der pupst, da hört man ja gar nichts.“ Und dann eben im nächsten Schritt war das Pupsen als Ton noch mit dabei. Und dann natürlich ausprobieren, wer kann noch alles pupsen? Also das hat richtig Spaß gemacht.