23.02.2009
Wenn wir so wie gestern durch das volle Neu-Delhi gehen, bin ich immer froh, dass ich alle Menschen hier um einen Kopf überrage. Das hilft enorm, den Überblick zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Außerdem kann mich Barthold dank meiner Länge immer direkt erkennen, wenn ich irgendwo in einer Traube von Menschen weit weg von der Kamera einen Text für eine Moderation spreche.
Das ist sowieso immer wieder ein Erlebnis! Man muss sich das so vorstellen: Ich stehe irgendwo in der Menge, die Kamera und der Rest des Teams etwas weiter weg, damit sie ein gutes Bild von dem Menschenmassen um mich herum bekommen. Und eigentlich reicht schon meine Körpergröße und meine fahle Gesichtsfarbe, dass alle Leute mich ansehen, als käme ich direkt von einem anderen Planeten. Wenn ich dann aber noch anfange zu sprechen - auf deutsch und mehr oder weniger ins Leere, weil niemand außer mir die Kamera sieht -, dann weiß ich ganz genau, dass die Menschen hier am liebsten eine international gültige Handbewegung für - der ist ja völlig verrückt - machen würden. Glücklicherweise sind sie hier sehr freundlich und unterlassen es. Aber ich habe trotzdem manchmal das komische Gefühl, mich zum Affen zu machen, der dazu noch einen Kopf größer ist als alle anderen. Ralph Caspers, der größte Affe Neu-Delhis. Man kann sich zum Einschlafen schönere Gedanken vorstellen.