Wie Hein an Bord kam - Käpt'n Blaubär



Wie Hein an Bord kam; Rechte: WDR

Wie Hein an Bord kam

Heute kann ich mir mein Kutterleben ohne Hein Blöd ja gar nicht mehr vorstellen. Doch das war nicht immer so. Zu Beginn meiner beispiellosen Kapitäns-Karriere schipperte ich noch ganz alleine über die Ozeane. Von Zeit zu Zeit war ich als Äquatorkontrolleur unterwegs. Es kommt nämlich vor, dass der Äquator so Beulen kriegt. Wenn ich eine entdeckte, war es meine Aufgabe sie mit einem Spezialgerät platt zu kloppen. Eines Tages, als ich grade mal wieder friedlich den Äquator ausbesserte, hörte ich auf einmal völlig bekloppte Befehle. "Kappt die Masten!" schrie da irgendein Dösbaddel, "Alle einmal Kielholen!" und "Alle Mann über Bord!"
Die Kommandos kamen von einem ziemlich runtergekommenen Schiff, von dem jetzt tatsächlich jede Menge Matrosen wie die Lemminge ins Wasser sprangen. Der Kahn trieb steuerlos weiter, rummste mit voller Wucht in meinen schönen Äquator rein und bescherte mir die nächste Beule.

Es bestand kein Zweifel. Ich hatte es mit Käpt'n Seekrank und seinen Matrosen zu tun, der bescheuertsten Mannschaft auf den sieben Weltmeeren. Jetzt paddelten sie alle zu ihrem Schiff zurück, kletterten wieder an Bord und machten sich aus dem Staub.

Alle, bis auf einen: Hein Blöd, die dämlichste Schiffsratte zwischen Madagaskar und Shanghai. Der konnte nämlich nicht schwimmen und wäre zweifellos untergegangen, wenn ich ihn nicht aus dem Wasser gefischt hätte.
Jou, so kam er zu mir an Bord und da ist er nun..