Wie Hein an Bord kam
Heute kann ich mir mein Kutterleben ohne Hein Blöd ja gar nicht
mehr vorstellen. Doch das war nicht immer so. Zu Beginn meiner
beispiellosen Kapitäns-Karriere schipperte ich noch ganz alleine
über die Ozeane. Von Zeit zu Zeit war ich als Äquatorkontrolleur
unterwegs. Es kommt nämlich vor, dass der Äquator so Beulen kriegt.
Wenn ich eine entdeckte, war es meine Aufgabe sie mit einem
Spezialgerät platt zu kloppen. Eines Tages, als ich grade mal
wieder friedlich den Äquator ausbesserte, hörte ich auf einmal
völlig bekloppte Befehle. "Kappt die Masten!" schrie da irgendein
Dösbaddel, "Alle einmal Kielholen!" und "Alle Mann über
Bord!"
Die Kommandos kamen von einem ziemlich runtergekommenen Schiff, von
dem jetzt tatsächlich jede Menge Matrosen wie die Lemminge ins
Wasser sprangen. Der Kahn trieb steuerlos weiter, rummste mit
voller Wucht in meinen schönen Äquator rein und bescherte mir die
nächste Beule.
Es bestand kein Zweifel. Ich hatte es mit Käpt'n Seekrank und seinen Matrosen zu tun, der bescheuertsten Mannschaft auf den sieben Weltmeeren. Jetzt paddelten sie alle zu ihrem Schiff zurück, kletterten wieder an Bord und machten sich aus dem Staub.
Alle, bis auf einen: Hein Blöd, die dämlichste Schiffsratte
zwischen Madagaskar und Shanghai. Der konnte nämlich nicht
schwimmen und wäre zweifellos untergegangen, wenn ich ihn nicht aus
dem Wasser gefischt hätte.
Jou, so kam er zu mir an Bord und da ist er nun..


















