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Elefant

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Elefant und Hase

Wie Kinder fernsehen

Viele Kinder vor einem Fernseher aus dem der Elefant aus der 'Sendung mit dem Elefanten' ragt.; Rechte: WDR / H. Sachs

„Ich sehe was, was du nicht siehst“

Wie Fernsehanfänger fernsehen
Medien sind aus dem kindlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Schon im Kindergartenalter machen Kinder Erfahrungen mit einer Vielzahl von Medien. Die wichtigste Rolle spielt dabei das Fernsehen. Eine repräsentative Mütterbefragung des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) ergab 2006, dass nur eine kleine Minderheit im Kindergartenalter nicht fernsieht. Der Anteil fernsehender Kinder bis zum zweiten Geburtstag liegt bei 16%, zwischen zwei und drei Jahren steigt diese Zahl auf 74%. Bei den Vier- und Fünfjährigen liegt der Anteil bei 96%.
In diesem Alter sind Kinder Fernsehanfänger. Sie sehen und verstehen Fernsehinhalte anders als Erwachsene, brauchen mehr Zeit, um sich Neues zu erschließen und deshalb ein Programm, das speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Kinder müssen Fernsehen erst lernen
Zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr befinden sich Kinder in einer Phase
bedeutender Veränderungen, die ihre Wahrnehmung, ihr Denken, Handeln und Fühlen
stark beeinflussen. Um Fernsehen verstehen zu können, bedarf es spezieller Fähigkeiten, die sich im Laufe der kindlichen Entwicklung herausbilden und erst durch den Umgang mit dem Medium erworben werden.
Eltern sind dabei die wichtigsten Begleiter. Für einen positiven Fernsehumgang in der Familie ist es deshalb wichtig zu wissen, welche Verstehensfähigkeiten Vorschulkinder haben.

Händchen aus der 'Sendung mit dem Elefanten'.; Rechte: WDR

Kinder brauchen eine einfache Dramaturgie
Vorschulkinder haben einen anderen Blick auf das, was sie im Fernsehen sehen: Sie richten ihre Aufmerksamkeit oft auf einzelne Ausschnitte, ohne einen Zusammenhang zu erkennen. Der Fokus der Kinder fällt dabei vor allem auf Elemente, die in Verbindung zur eigenen Lebenswelt und den aktuellen Interessen des Kindes stehen. Führt man mit Vorschulkindern Gespräche über ihre Fernseherlebnisse, reihen sie eine Einzelheit an die andere, ohne auf die „richtige“ Reihenfolge zu achten. Dabei heben sie die ihnen wichtig erscheinenden Elemente hervor und schmücken sie aus. Sie sind noch nicht dazu in der Lage, einer Erzählung über eine längere Phase zu folgen. Komplexe Handlungsverläufe und Erzählmuster, z. B. mit Haupt- und Nebenhandlungen oder Zeit- und Ortssprüngen können junge Kinder nicht verstehen.
Erst ab sechs Jahren entwickeln Kinder allmählich die Fähigkeit, in Sendungen einen „roten Faden“ zu erkennen und damit einem Erzählstrang in einer Geschichte zu folgen.

Grundsätzlich gilt: Kinder müssen verstehen, was sie sich ansehen, um es verarbeiten zu können. Die Aufmerksamkeitsspanne von kleinen Kindern ist entwicklungsbedingt noch
nicht besonders lang. Kurze, abgeschlossene Fernsehgeschichten wie in der Sendung mit dem Elefanten kommen der begrenzten Konzentrationsfähigkeit und der detailorientierten Wahrnehmung von Vorschulkindern somit entgegen.

Der Hase aus der 'Sendung mit dem Elefanten' tröstet den Elefanten.; Rechte: WDR

Kinder müssen noch lernen, sich in andere hineinzuversetzen
Die Figuren sind für Fernsehanfänger besonders wichtig. Ab dem zweiten Lebensjahr lernen Kinder Fernsehfiguren auseinanderzuhalten. Zunächst erfassen Vorschulkinder äußere Merkmale wie Aussehen oder Handeln der Figuren und nicht deren Gefühle, Motive und Absichten. Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betrachten die Welt aus einer egozentrischen Perspektive und gehen davon aus, dass alle anderen Personen genauso denken, fühlen und handeln wie sie selbst. Sie haben Schwierigkeiten, sich eine Szene aus der Sicht eines anderen vorzustellen. Die Handlung einer Fernsehsendung wird von Kindern demzufolge oft nicht verstanden, weil sie Probleme haben, sich in die Figuren auf dem Bildschirm hineinzuversetzen. Folglich erkennen sie nur sehr einfache und eindeutige emotionale Äußerungen. Auch Beziehungen werden nur als einfache Gegensätze, zum Beispiel nach dem „Gut-Böse-Schema“, erfasst. Erst ungefähr ab dem fünften Lebensjahr beginnen Kinder, die verschiedenen Perspektiven der Figuren nachzuvollziehen.

Kinder lernen erst, dass Fernsehen gemacht ist
Fernsehanfänger erkennen nicht, ob das, was sie im Fernsehen sehen, real oder inszeniert ist. Generell fällt es ihnen schwer, zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu unterscheiden. Die ganz Kleinen schauen z. B. hinter den Fernsehapparat, um zu erkunden, wo die Figuren  wohnen. Mit der Zeit entwickelt sich dann ein Verständnis dafür, dass Fernsehen nur ein Abbild der Realität ist. Dreijährige gehen größtenteils, unabhängig vom Genre, davon aus, dass das, was sie auf dem Bildschirm sehen, real existiert. Für sie sind Zeichentrickserien genauso real wie zum Beispiel Nachrichtensendungen. Den Fünf- und Sechsjährigen gelingt es erst mit zunehmender Fernseherfahrung, Unterschiede und Muster von Sendungen zu erkennen. Sie beginnen, den Realitätsgehalt von Sendungen zu beurteilen. Zeichentrickfiguren werden nun beispielsweise als „nicht echte“ und Schauspieler als „echte“ Menschen eingeordnet.

Drei Kinder halten eine Stoffblume in der Hand.; Rechte: WDR

Kinder brauchen altersgerechte Anknüpfungspunkte
Kinder nutzen ihre bisherigen Erfahrungen, um Fernsehangebote zu begreifen. Sie suchen Anknüpfungspunkte an das, was sie täglich erleben und was sie beschäftigt.
Dabei gleichen sie das Gesehene eher an ihr bestehendes Weltbild und ihre Erfahrungen an, als dass sie ihre Erfahrungen dem Medium anpassen. Sie verknüpfen die Fernsehinhalte mit ihren kindspezifischen Themen, wie z.B. groß werden, sich durchsetzen, mit eigenen Gefühlen umgehen, geliebt und anerkannt werden.
Die Sendung mit dem Elefanten erzählt Geschichten um emotionale und soziale Themen wie  Mut, Toleranz, Freundschaft, Streit und Versöhnung. Kinder können sich darin wiederfinden und haben vielfältige Möglichkeiten, an Gefühle, Problemstellungen und Handlungsmuster der Figuren anzuknüpfen.

Kinder sehen anders als Erwachsene
Während für Erwachsene das richtige Verstehen und Behalten von Informationen
im Vordergrund steht, ist Kindern das „Erlebnis Fernsehen“ wichtig, da sie noch keinen verstehenden Bezug zum Fernsehen aufgebaut haben. Fernsehen ist für kleine Kinder ein emotionales Medium, das sie ganzheitlich erleben und nicht rational verstehen wollen. Die Filmwahrnehmung ist gefühlsbetont und das psychische Erleben der Kinder wird auch körperlich sichtbar: sie lachen, sie schreien, sie stehen auf, sie trampeln mit den Füßen, sie kommentieren, sie halten sich Augen und Ohren zu etc.
Für Vorschulkinder ist Fernsehen keine rein passive Beschäftigung, bei der sie sich nur berieseln lassen. Sie leben und denken beim Fernsehen intensiv mit und interagieren mit Fernsehinhalten. Fernsehanfänger mögen Mitmachangebote, bei denen sie direkt angesprochen werden und sich beteiligen können, sei es in Form von Bewegung oder Ausrufen. In der Sendung mit dem Elefanten finden die Kinder vielfältige Möglichkeiten, um z. B. mitzuturnen, zu raten oder zu singen.

Sie können Ihr Kind bei seinen ersten Fernseherfahrungen unterstützen, indem Sie gemeinsam schauen, selbst aktiv werden und sich mit Ihrem Kind über Inhalte austauschen.

Text: Andrea Holler

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