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Elefant

Die Seite mit dem Elefanten

Die Sendung mit dem Elefanten - montags bis freitags um 7:25 im KiKA

samstags um 7:50 im WDR Fernsehen

Sendung mit der Maus
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Elefant und Hase

Erste Fremdsprache

Kindern fällt es besonders leicht, eine Fremdsprache zu lernen

So wie kleine Kinder intuitiv ihre Muttersprache lernen, können sie sich spielerisch und leichter als Erwachsene eine fremde Sprache aneignen. Das Wichtigste hierbei ist, dass der Spaß im Vordergrund steht. Bei der Konzeption der „Sendung mit dem Elefanten“ wurden diese pädagogischen Erkenntnisse gezielt genutzt und durch weitere wissenschaftliche Untersuchungen speziell für das Fernsehen verfeinert.

Wie profitieren Kinder von englischen Beiträgen im Fernsehen?

Old Mc Donald auf dem Traktor; Rechte: WDR

Eine Studie der Ludwig-Maximilian-Universität München untersuchte dies im Auftrag des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI). In 10 Münchner Kindergärten wurden insgesamt 158 Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 6 Jahren verschiedene Vorschulformate gezeigt: das Lied „Old Mac Donald“ aus der „Sendung mit der Maus“ (WDR), die Zeichentrickserie „Peppa Wutz" (WDR/ KI.KA) und Dora (Nick), sowie zwei Programme der BBC.

Inwieweit Kinder von englischen Beiträgen im Fernsehen profitieren, wurde anhand folgender Aspekte untersucht:

•    Sprachbewusstsein: das Bewusstsein für Sprachen, ihre Vielfalt, ihre Unterschiede, ihre Struktur oder ihre Funktion
•    Hörsehverstehen: verstehen auf Grundlage von gehörter Sprache und Geräuschen mit zusätzlichen Bildern
•    Reproduktiver Wortschatzerwerb: Wörter verstehen, ohne sie selbst aktiv benutzen zu können.
•    Einstellung bzw. Motivation: gegenüber Sprachen und Sprachenlernen

Insgesamt waren die Ergebnisse vielversprechend. Besonders Wortschatz, Hörverstehen und Motivation der Kinder konnten nachhaltig gefördert werden, wenn es sich um altersgerechte Geschichten handelte, die auf englisch und deutsch gezeigt wurden, wie zum Beispiel die Zeichentrickserie „Peppa Wutz“. Als besonders attraktiv erwiesen sich auch englischsprachige Lieder mit Zeichentrickanimationen, wie das Mauslied „Old Mac Donald“.

Wie funktioniert Englischlernen in der „Sendung mit dem Elefanten“?

Die Idee hinter den Beiträgen ist das sogenannte „immersive learning“ (engl. to immerse = eintauchen). Kinder bekommen dabei den englischen Beitrag gezeigt, ohne dass sofort eine Erklärung oder Übersetzung in die Muttersprache folgt. Sie verstehen zwar erst einmal nicht jedes Wort, entwickeln aber ein Grundgefühl für den Sprachklang und den Sinn einzelner Wörter.

In den englischen Beiträgen aus der „Sendung mit dem Elefanten“ werden darüber hinaus folgende Erkenntnisse aufgegriffen:

David und Red aus der 'Sendung mit dem Elefanten' mit einem Geburtstagskuchen.; Rechte: WDR

1. Kinder sind noch in der Lage, sich beim Fremdsprachenerwerb leicht eine akzentfreie Aussprache anzueignen. Deshalb ist es besonders förderlich, wenn die Fremdsprache von Muttersprachlern gesprochen wird. Die „Sendung mit dem Elefanten“ zeigt Beiträge aus dem englischsprachigen Ausland mit dem Originalton, wie die beliebte BBC-Serie „Peppa Wutz“ oder Neuproduktionen mit englischen Muttersprachlern, wie David Fermer bei „David & Red“.

Robert Metcalf singt mit der Gitarre ein Lied. Lustige Monster begleiten ihn.; Rechte: WDR

2. Besonders leicht lernt es sich mit Liedern. Das nimmt Kindern die Scheu vor der fremden Sprache. Sie haben beim Singen keinerlei Hemmungen, weil Rhythmus und Melodie im Vordergrund stehen. So wird beim Singen unbemerkt gelernt und unbewusst die Aussprache geübt. Deshalb ist zum Beispiel der englische Muttersprachler Robert Metcalf mit seinen eingängigen Liedern regelmäßig Gast in der „Sendung mit dem Elefanten“.

Peppa und ihr Bruder Schorsch sitzen im Gras und lachen.; Rechte: WDR

3. Kinder lernen Fremdsprachen noch besser, wenn sie Geschichten nicht nur hören, sondern auch erleben. Die Themenwelten in den Geschichten von „Peppa Wutz“ sind eng an der kindlichen Lebenswelt orientiert. Vorschulkinder können sich sehr gut mit den Emotionen von Peppa und ihrem kleinen Bruder Schorsch identifizieren. Die Fernsehbilder helfen, den Sinn der Geschichte zu begreifen, auch wenn nicht jedes Wort verstandnen wird.

Die Studie zeigte dabei deutlich, dass es sinnvoll ist, dieselbe Geschichte sowohl in der Fremdsprache als auch auf Deutsch zu zeigen.

Erst Deutsch und dann Englisch oder umgekehrt?

Ist es sinnvoll, in der Sendung erst die deutsche Version einer Folge und dann die englische zu zeigen? Dieser Frage ging das IZI in Kooperation mit dem WDR in einer weiteren Studie nach. Dabei wurden Kindergartenkinder in Gruppen eingeteilt, die entweder erst die deutsche und dann die englische Geschichte einer Folge von Peppa Wutz anschauten oder umgekehrt.

Das Ergebnis: Wird die Episode erst auf Englisch und dann auf Deutsch gezeigt, wird deutlich mehr gelacht und mehr kommentiert. Die Kinder benennen, was sie verstehen, stellen Vermutungen zur Bedeutung einzelner Begriffe auf und schließen die Wissenslücken beim darauffolgenden deutschen Teil. Entsprechend wird bei der Variante »englisch – deutsch« mehr gelernt, weil die Kinder gedanklich aktiver sind. Wenn sie den deutschen Teil schon gesehen haben, entsteht eher ein Gefühl von „Das kenn ich ja schon“. Die Motivation, sich mit der Fremdsprache auseinanderzusetzen, ist nicht so hoch.

Englischlernen macht Spaß!

Schön zu sehen war die generelle Begeisterung der meisten Kinder für die fremde Sprache im Fernsehen. Drei Viertel der befragten Vorschulkinder fanden die englischen Beiträge in der Sendung mit dem Elefanten gut und wünschen sich mehr englischsprachige Fernsehangebote.

Eltern können ihre Kinder fördern

Eine weitere Studie zeigte übrigens, dass Eltern Ihr Kind beim Lernprozess zusätzlich unterstützen können, indem sie „Die Sendung mit dem Elefanten“ gemeinsam ansehen und beim Englischteil einzelne Wörter in der Fremdsprache laut für ihr Kind wiederholen – sowohl bei der deutschen als auch bei der englischsprachigen Variante. Dafür sollten sie sich auf vier oder fünf Wörter beschränken, damit die Kinder nicht genervt reagieren.

Außerdem hat es sich als Hilfe erwiesen, wenn Eltern ihr Kind zu Beginn der Geschichten darauf aufmerksam machen, dass hier eine andere Sprache gesprochen wird, z. B. „Hör mal, die sprechen eine andere Sprache“.

Mehr zur elterlichen Kommunikation mit den Kindern beim Fernsehen finden Sie unter dem Menüpunkt „Elternticker“.

Text: Andrea Holler, Sabrina Unterstell, Dr. Maya Götz

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