Sie befinden sich hier: Formate mit dem Elefanten / Elternticker
Elefant

Die Seite mit dem Elefanten

Die Sendung mit dem Elefanten - montags bis freitags um 7:25 im KiKA

samstags um 7:50 im WDR Fernsehen

Sendung mit der Maus
Die Sendung mit dem Elefantenzur Kinderseite
Elefant und Hase

Der Elternticker

Dr. Maya Götz; Rechte: Dr. Maya Götz

Gemeinsam Fernsehen bringt mehr

Kinder können vom Fernsehen lernen, besonders dann, wenn sie von realen Personen dabei unterstützt werden. Das zeigte sich wieder einmal in einer aktuellen Studie des IZI zum Elternticker: Kindern macht das Fernsehen mit Eltern mehr Spaß, sie genießen die zusätzliche Aufmerksamkeit, und der Lerngewinn steigert sich bei richtiger Begleitung zum Teil bis zu 50%.

Doch wie begleiten Eltern Kinder während der Sendung richtig? Hier entwickelten das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) und der Westdeutsche Rundfunk (WDR) eine Innovation: den „Elternticker“. Dr. Maya Götz (Foto links) hat für Sie zusammengefasst, welche Erkenntnisse hinter dem Elternticker stecken und wie Sie Ihr Kind beim Fernsehen sinnvoll begleiten können.

'Die Sendung mit dem Elefanten' mit Elternticker. Hier steht im Elternticker 'Wir geben Ihnen fortlaufend Anregungen, Tipps und Informationen.'.; Rechte: WDR

Das Konzept hinter dem Elternticker

Wenn Kinder fernsehen, sehen und verstehen sie das Gezeigte anders als Erwachsene. Dies gilt insbesondere für Vorschulkinder. Für Eltern, die ihre Kinder beim Fernsehen unterstützen möchten, sind dies wichtige Informationen, die bisher –wenn – nur in Ratgeberform und allgemeinen Tipps zum Medienumgang vorliegen.

Hier setzt der Elternticker an. Er gibt Grundinformationen in möglichst kurzer und verständlicher Form sowie Tipps zur konkreten Umsetzung. Beim fortlaufenden Fernsehen an den richtigen Stellen die richtigen Formen der Ansprache zu finden, die Kinder gern annehmen und nicht stören, ist nämlich alles andere als einfach, aber es lohnt sich.

'Die Sendung mit dem Elefanten' mit Elternticker. Hier steht im Elternticker 'Welche Bilder sind genau gleich?'.; Rechte: WDR

Kinder können aktives Fernsehen lernen

Es hängt von einem selber ab, ob Fernsehen eher passiv berieselnd gesehen wird oder ob man aktiv mitdenkt, in den Geschichten intensiv mitlebt und sich die Inhalte merkt. Kinder rezipieren an sich zunächst sehr aktiv. Leider lernen sie dann aber meist sehr schnell, dass man sich auch stundenlang berieseln lassen kann. Unterstützen Sie Ihre Kinder daher dabei, sich die aktive Haltung beim Fernsehen zu bewahren. Begrenzen Sie die Fernsehzeit und fördern Sie das aktive Fernsehen.

„Die Sendung mit dem Elefanten“ ist gezielt so aufgebaut, dass Ihr Kind zum Mitdenken und Mitraten aufgefordert wird. Am deutlichsten wird dies bei den Bilder- und Hörrätseln. Unterstützen Sie hier Ihr Kind z. B. durch zusätzliche Rateaufforderungen. Wenn Sie selbst das eine oder andere Mal auch begeistert mitraten und vielleicht nicht immer gleich die richtige Lösung anbieten, regt das Ihr Kind meist noch mehr zum Mitdenken an.

'Die Sendung mit dem Elefanten' mit Elternticker. Hier steht im Elternticker 'Sie können das Sprachgefühl Ihres Kindes fördern, indem Sie die folgenden englischen Wörter laut wiederholen:'.; Rechte: WDR

Kinder lernen fremde Sprachen

Vorschulkinder können besonders leicht ein Sprachgefühl für eine Fremdsprache entwickeln. Deswegen sind bei der „Sendung mit dem Elefanten“ immer wieder englischsprachige Geschichten und Lieder zu sehen oder es wird in einer anderen Sprache abgezählt. Die Idee dahinter ist das sogenannte „immersive learning“, das Sprachbad, bei dem Kinder zwar nicht jedes Wort verstehen, aber ein Grundgefühl für den Sprachklang und den Sinn einzelner Wörter gewinnen. Im Test erwies es sich dabei als lernunterstützender, erst die Fremdsprache und dann die deutsche Version anzubieten.

Sie können Ihr Kind bei diesem Lernprozess unterstützen, indem Sie einzelne Wörter in der Fremdsprache hervorheben – sowohl bei der deutschen als auch bei der englischsprachigen Variante. Außerdem hat es sich als Lernförderung erwiesen, wenn Sie zu Beginn das Kind darauf aufmerksam machen, dass hier eine andere Sprache gesprochen wird, z. B. „Hör mal, die sprechen eine andere Sprache“ und gelegentlich Fragen und Thesen einwerfen, z. B. „Was boots wohl heißt?“ oder „Ich glaube, boots heißt Stiefel“.

'Die Sendung mit dem Elefanten' mit Elternticker. Hier steht im Elternticker 'Durch Ausprobieren lernt Ihr Kind spielerisch!'.; Rechte: WDR

Kinder lernen einfache naturwissenschaftliche Zusammenhänge

Kinder lernen vor allem dann gut, wenn sie selbst spielerisch experimentieren und sich so z. B. einfache naturwissenschaftliche Zusammenhänge selbst erschließen. Hier kann Fernsehen natürlich nur Beispiele und Anregungen geben. In der Sendung mit dem Elefanten“ werden entsprechende einfache Experimente von Tanja und André vorgemacht. Die Sendung ist dabei so aufgebaut, dass Kinder mitdenken und Sie sich den Versuchsaufbau gut merken können. Machen Sie die Experimente doch einfach mal nach und lassen Sie Ihr Kind ausprobieren, z. B. was schwimmt und was sinkt. Förderlich für den Lernprozess: Stellen Sie dabei, ganz ähnlich wie André und Tanja, vorher Hypothesen auf, z. B. „Ich glaube, das geht unter“ und formulieren Sie Fragen und Gedanken, z. B. „Ob Holz vielleicht immer schwimmt? Wie kriegen wir das raus?“. Dies hilft dem Denkprozess und fördert das „Lernen des Lernens“.

Kinderfernsehen muss nicht körperlich passiv sein

Meistens ist Fernsehen eine körperlich passive Aktivität. Das muss jedoch nicht so sein. Bei der Sendung sind einige Beiträge so gestaltet, dass sie zum Mitbewegen auffordern. Gezielt werden koordinationsschulende Übungen integriert, die die Bewegungsfähigkeit Ihres Kindes und die Anregung verschiedener Gehirnregionen fördern. An anderen Stellen sind es Abzählreime oder auch Bewegungsabfolgen, die einfach Spaß machen. Fordern Sie Ihr Kind zum Mitmachen auf und probieren Sie es ruhig auch einmal selber aus.

Kinder brauchen länger, um das Bild zu verstehen

Fernsehen bietet eine wahre Flut von Bildern und Tönen. Vorschulkinder brauchen dabei deutlich länger, um ein Bild zu verstehen, als ältere Kinder oder Erwachsene. Mit unserem erwachsenen fernseherfahreneren Blick können wir in wenigen Sekunden einordnen, wo die Szene spielt, wer beteiligt ist und um welches Genre es sich handelt. Kinder können dies erst mit zunehmender Fernseherfahrung. Ein Qualitätsprogramm für Vorschulkinder ist entsprechend reduziert in Bild und Ton. Ein einfacher Bildaufbau, wenige klare Farben, wenige Akteure und langsame Schnitte sind hier wichtig. Sie können Ihr Kind aber zusätzlich unterstützen, indem Sie auf die entscheidenden Details aufmerksam machen. Ein einfacher Hinweis (möglichst mit Zeigefinger in die entsprechende Bildrichtung) lenkt die Blickrichtung und erleichtert die Konzentration. Oft ist es auch hilfreich, die Hinweise auf Einzelheiten mit einer Benennung zu kombinieren, z. B. „Schau mal die schwarzen Punkte, das sind die Augen“ oder „Siehst Du, wie die Seepferdchen die Schwanzspitzen kringeln? Damit halten sie sich fest.“ Auch für ältere Kinder können Sie so eine Dokumentation noch spannender und gewinnbringender gestalten.

'Die Sendung mit dem Elefanten' mit Elternticker. Hier steht im Elternticker: 'Erklären Sie Ihrem Kind an zentralten Stellen, wie sich die Figuren fühlen'.; Rechte: WDR

Kinder müssen Empathie erst noch lernen

Kinder haben eine egozentrische Weltsicht, d. h. sie stellen ihre Sichtweise, ihre Bedürfnisse und Empfindungen in den Mittelpunkt. Mit zunehmendem Alter lernen sie dann auch, die Perspektive anderer einzunehmen. Diese Entwicklung von Empathie kann bis zu einem gewissen Grad gefördert werden. Voraussetzung ist zunächst das Verstehen von Gesten und Mimik. Beim Fernsehen sehen Kinder deutliche Gestiken der Figuren, zum Beispiel das Zittern des Elefanten, als Zeichen von Angst. Durch die Benennung dieser Emotionen, z. B. „Er hat jetzt Angst“, können Sie Ihrem Kind dabei helfen, diese Zeichen lesen zu lernen. In den Geschichten unterstützen Sie Ihr Kind, indem Sie es ermutigen, die verschiedenen Perspektiven der Figuren einzunehmen. Durch Fragen wie „Was der wohl vorhat?“, „Wie die sich wohl jetzt fühlt?“ etc. können Sie eine empathische Haltung Ihrer Kinder fördern und beim Geschichtenverstehen helfen.

Kinder lernen Geschichten zu verstehen

Kinder müssen erst lernen, Handlungen in einen Zusammenhang zu stellen und so Geschichten zu verstehen. Vieles, was für uns völlig selbstverständlich ist, müssen Kinder sich erst mühsam erarbeiten. Lassen Sie sich von Ihrem Kind doch mal nach dem Vorlesen oder nach der Sendung eine Geschichte nacherzählen. Sie werden vermutlich feststellen, dass es das eine oder andere ganz anders versteht als Sie. Dieses „narrative Verständnis“ können Sie dadurch fördern, dass Sie die Ausgangslage und die zentralen Wendepunkte der Geschichte noch einmal betonen. Das hilft dem Kind beim Strukturieren und Zusammenhänge-Herstellen. Vielleicht bietet es sich auch an, das eine oder andere Mal Zusammenhänge zum Alltag herzustellen, z. B. „Das ist wie bei dir und Lara, wenn ihr beide das Feenkostüm wollt“. Das hilft, den Zusammenhang zu Alltagsproblemen herzustellen und einzuordnen. Hierbei entwickeln Kinder quasi nebenbei ein Verständnis von „richtig“ und „falsch“.

'Die Sendung mit dem Elefanten' mit Elternticker. Hier steht im Elternticker 'Ist das wirklich ein Indianer?' Auf dem Bild ist Anke Engelke als Clown verkleidet.; Rechte: WDR

Kinder haben einen anderen Humor als Erwachsene

Weltweite Vergleichsstudien zum Kinderhumor zeigen: Kinder lachen über Dinge, die Erwachsene oftmals nicht einmal lächeln lassen. Kinder lachen mehr und über sehr viel Konkreteres als Erwachsene. Sie können sich über komische Bewegung und Wortspielereien amüsieren, und wenn Erwachsene mal etwas völlig falsch machen, ist das für Kinder meist ausgesprochen komisch. Wenn Sie Ihr Kind unterstützen möchten, freuen Sie sich darüber, wenn Ihr Kind beim Fernsehen lacht und versuchen Sie ruhig mal, sich den kindlichen Humor, der noch in uns allen steckt, wieder „hochzuholen“ und mitzulachen. Für manche Kinder ist es hilfreich, sie im Verständnis der Komik zu unterstützen. Wenn Anke Engelke beispielsweise behauptet, sie würde ihr Gesicht braun malen, obwohl es eindeutig eine blaue Farbe ist, unterstützen Sie ruhig Ihr Kind darin, bei seiner eigenen Wahrnehmung zu bleiben. Wenn die Kinder dann erkannt haben, dass Anke „einfach nur Quatsch macht“, eröffnet sich ihnen hier eine ganze Humordimension – denn manchmal sind Erwachsene auch einfach komisch.

Wo Fensehen Angst macht

Vorschulkinder können vom Fernsehen leicht überfordert werden. Zu langes Fernsehen und kein Vorschulprogramm sind die häufigsten Gründe. Doch selbst bei einer Sendung wie „Die Sendung mit dem Elefanten“ kann es zu emotionaler Anspannung und Furcht kommen. Anlass sind zum Teil Dinge, die wir Erwachsene kaum vorwegnehmen können. Meine 3-jährige Tochter war z. B. emotional überfordert, als das Auto der Schweinefamilie von Peppa Wutz nicht mehr fuhr. Ein anderes Mal hatte sie Angst um den Waschbären Wamba, der in den Fluss fiel.

Nehmen Sie diese Emotionen Ihres Kindes wahr. Meist können Sie mit einfachen Erklärungen und humorvoller Stimme helfen, z. B. „Gut, dass Waschbären so gut schwimmen können. Waschbären schwimmen sehr gern“. Sollte das Kind jedoch weiter so genannte „Angststeuerungsmechanismen“, wie Augen zuhalten, sich hinter Kissen verkriechen etc., zeigen, sprechen Sie darüber und schalten Sie im Zweifelsfalle lieber aus.

Da dies von Kind zu Kind völlig unterschiedlich ist, kann Ihnen der Elternticker hier keine Hinweise geben, aber wenn Sie eine Überforderung bemerken, unterstützen sie Ihr Kind, mit seinen Emotionen umzugehen.

'Die Sendung mit dem Elefanten' mit Elternticker. Hier steht im Elternticker 'Die Farbfelder schaffen Pausen um das Gesehene zu verarbeiten'.; Rechte: WDR

Kinder brauchen Pausen zum Erholen

Fernsehen ist für Kinder eine emotional anstrengende Tätigkeit. Dies kann schnell überfordern und emotional erschöpfen. „Die Sendung mit dem Elefanten" hat deshalb zwischen den einzelnen Sendungsteilen klare Ruhepausen eingebaut, bei denen die Kinder weniger oder anders gefordert sind oder sich einfach an Hase und Elefant freuen können. Für einige Kinder ist es angenehm, wenn sie hier mal vom Bildschirm wegschauen können. Wenn Sie Ihr Kind in den Pausen regelmäßig ansprechen, z.B. „Wie fandest du die Geschichte?“, wird es vermutlich bald anfangen, Sie regelmäßig nach den einzelnen Beiträgen anzusehen. Ein Gefühl für die Dauer der Fernsehnutzung kann durch die „Halbzeit“ gefördert werden. Eine kurze Erklärung: „So jetzt ist die Hälfte der Sendung vorbei“, unterstützt hier.

Das Wichtigste am Schluss: Kinder lernen am besten, wenn sie sich sicher fühlen und Spaß haben

Studien zum Lernen zeigen für alle Altersgruppen, aber besonders für Vorschulkinder: Kinder lernen am besten und nachhaltigsten, wenn sie sich selbst Dinge mit Freude erarbeiten. Hierfür brauchen sie einen Raum, in dem sie sich sicher und anerkannt fühlen und wo es so richtig Spaß macht zu lernen. „Die Sendung mit dem Elefanten“ bietet so einen Raum, den Sie unterstützen können. Es ist Ihnen vermutlich ohnehin bewusst, lassen Sie es mich trotzdem noch einmal betonen: Das Wichtigste ist, dass Sie und Ihr Kind sich dabei wohlfühlen. Fernsehen mit dem Elternticker kann zu Beginn ungewohnt sein. Für einige Eltern wird es ein interessanter neuer Blick sein, für andere eine Wiederholung von dem, was sie ohnehin schon beim Fernsehen mit ihrem Kind tun. Ob sich die Idee durchsetzt, wird sich zeigen, und wir freuen uns über Ihre Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge.

 

Zusatzinformation Access-Keys:

1 Startseite Elternangebot
2 Navigation $uuml;berspringen bzw. direkt zum Content springen
3 Kinderseite